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Juni 23rd, 2009 von luca

Er ist durch den Regen gerannt, hat die Wüste durchquert, Meere besiegt, mit Bären gekämpft. Er hat die endlose Leere sibirschen Landschaften in seiner Seele gespürt. Hat die Stille, die menschenlose Ruhe mit Liebe verglichen. In den isländischen Weiten hat er sich verloren und doch so geborgen gefühlt. Alaska und Nordkanada, Argentinien und Grönland. Am Rande der Zivilisation. Nach aussen gedrängt und doch so mitten im Leben. In seinem Herzen die paar Menschen, die er liebte. - Das war der Mittelpunkt seiner Welt. Im Auge des Orkans.

 

Der Mensch, das gefährlichste und ignoranteste Tier. - Je weiter er gekommen ist, um so mehr bekräftigte sich diese Meinung.

Wie viele hat er kommen und gehen gesehen?

Wie viele hatten ihn nur gestreift und bei jeder Berührung ein Teil seiner Kraft geraubt?

Wie viele waren weder brav noch böse, weder intelligent noch naiv, weder liebenswürdig noch hassenswert… einfach nur dumm.

Der Mensch gibt nur etwas, wenn er sicher sein kann, das Doppelte zurückzubekommen. Nicht alle, aber viele…

 

In seinem Kopf hörte er immer wieder die gleichen Worte:

 

sie hören dich nicht

sie sehen dich nicht

sie bemerken dich nicht

 

Ja, dachte er sich, und dann kommen sie alle schwarz gekleidet zu deiner Beerdigung.

 

Im Auge des Orkans ist es ruhig und still.

 

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Luca im Studio

Juni 9th, 2009 von pleroma

So, jetzt bin ich an der Reihe mit Aufnehmen. Ich befinde mich zur Zeit im Studio in Latterbach und bereite mich auf die Recordings vor. Mmmm, wenn ich also hier im Studio sitze, muss das heissen, dass Marco und Claude unglaublicherweise die Gitarren fertig aufgenommen haben! Wahnsinn, wer hätte das gedacht :-) Spass bei Seite, Claude und Marco haben einen super Job gemacht und mir wirklich die bestmöglichste Grundlage geliefert um die Texte einzusingen. Aber nicht nur die Gitarristen, sondern auch Thies und Reto haben das Beste aus ihren Instrumenten gezaubert. So wie TJ sagt, bis jetzt sind wir noch keinen Kompromiss eingegangen… Nun hoffe ich, dass dies auch während den Gesangsaufnahmen so bleiben mag. Ich bin aber wirklich guten Mutes. Denn die Songs sitzen sehr gut und ich fühle sie richtig. Ich muss zugestehen, dass ich dieses Gefühl beim ersten Album nicht so hatte. Klar, es war cool und es hat Spass gemacht das erste eigene Album aufzunehmen und zu veröffentlichen. Jedoch ist es dieses mal anders. Ich fühle die Songs viel mehr. Als hätte man die Noten massgeschneidert eingekauft. Genau dieses Gefühl, dass ich beim Songwriting hatte, damals als ich die Songs nur mit akustischer Gitarre und Gesang komponiert habe, genau dieses Gefühl habe ich auch jetzt, wo die Songs komplett mit Band und Produzent arrangiert und produziert werden. Es ist schön zu sehen, dass die  Band es genau so sieht und wir sind alle überaus glücklich und vor allem stolz auf das Material. Wie gesagt, es sind nicht meine Songs, sondern die Songs der Band. Jeder hat seinen Teil beigetragen. Natürlich hat auch Produzent TJ Gyger eine wichtige Rolle gespielt. Er hat eigentlich den ganzen Prozess ins Rollen gebracht und bis jetzt einen super Job geleistet. – Ich will damit nur sagen, dass es sich einfach richtig anfühlt. Die Entscheidungen, welche wir im Verlaufe der letzten Monate und wahrscheinlich auch Jahre getroffen haben, scheinen langsam aber sicher Früchte zu tragen. So muss es sein, wir blicken nach vorne…

 

Heute ist der Song “Feel My Anger” an der Reihe. Ein italienischer Song mit englischem Titel. Das ganze Album basiert textlich auf folgendes Prinzip, nämlich: Hauptsprache italienisch mit wenigen englischen Textpassagen (Songtitel sind zum Teil in englisch, zum Teil italienisch).

“Feel My Anger” ist ein einfacher Song was den Text betrifft. Simpel und verständlich, so wie es eben ist, wenn man wütend ist. Und ihr wisst ja, es gibt immer genügend Gründe wütend zu sein. Dies hat natürlich noch einen positiven Nebeneffekt. Nämlich, dass man nie lethargisch und abgestumpft vor sich hin lebt! Klar, manchmal ist es relativ anstrengend  den Kurs zu halten, denn die Trägheit scheint einem förmlich in den Schoss fallen zu wollen. Und da macht es durchaus Sinn einen Song wie “Feel My Anger” zu haben, der mir den Weg zurück zeigt. Zurück auf die richtige Strasse, in die richtige Richtung.

Vor zwei Tagen habe ich “Speedball” eingesungen. Die Grundstimmung des Songs gefällt mir sehr gut. Marco hat eingängige, langsame Gitarrenparts eingespielt, welche den Gesang perfekt unterstützen. Robert Smith von den Cure wäre stolz auf diese melancholischen Klänge :-) Inhaltlich geht es um einen verwirrten Geist. TJ meint es sei ein Drogensong. Aber eben, so unterschiedlich können Meinungen sein, hehe.

 

Gut, weiter im Text. “Hope & Honey” habe ich auch schon eingesungen und das nächste Lied wird “Una Questione Di Dignità” sein.

“Hope & Honey” ist ein sehr innovativer Song. Ich freue mich auf die fertige Version! – “Una Questione di Dignità” ist wahrscheinlich der beste Song, den mir jemals gelungen ist. Bin gespannt, was die Leute davon halten werden…

 

Und so vergehen die Stunden, die Tage, die Wochen… Zur Zeit bin ich besonders glücklich, einerseits weil es wirklich gut läuft mit den Songs und andererseits weil wir bald schon wieder auf der Bühne stehen werden. Infos dazu folgen.

 

Also liebe Leute, ich melde mich bald wieder aus dem Studio. Und auch Claude will noch einen Abschlussbericht über die Gitarrenaufnahmen veröffentlichen. Mal schauen ob er’s schafft.

 

Bis bald, Luca

 

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